Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) setzt neue Anreize für die Wärme aus Holz

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Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 hat die Bundesregierung im Oktober 2019 anspruchsvolle Klimaschutzziele für den Gebäudesektor beschlossen. Ziel ist es, den Ausstoß von derzeit 120 Mio. t CO2 pro Jahr bis 2030 auf max. 72 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zu reduzieren.

Mit der Einführung der CO2-Bepreisung wurde zu Beginn des Jahres ein weiterer Schritt zur Erreichung dieser Ziele umgesetzt. Bei einem Verbrauch von jährlich 30.000 kW/h Wärme beträgt die CO2-Abgabe für den Bezug von Erdgas 180 € und für den Bezug von Erdöl 236 €. Im Rahmen einer stufenweisen Anpassung steigt der CO2-Preis bis 2026 für die gleiche Energiemenge bei Erdgas auf 464 € und beim Erdöl auf 614 €.

Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung werden durch die Bundesregierung in Klimaschutzmaßnahmen reinvestiert oder an die Bürgerinnen und Bürger in Form einer Entlastung an anderer Stelle zurückgeben. Dies erfolgt u.a. durch die neu aufgelegte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ersetzt die bestehenden Programme CO2-Gebäudesanierung, Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmemarkt, Anreizprogramm Energieeffizienz und Heizungsoptimierung. Bewährte Elemente aus diesen Programmen wurden übernommen, weiterentwickelt und in den neuen Richtlinien zu den drei Teilprogrammen BEG-Wohngebäude, BEG-Nichtwohngebäude und BEG-Einzelmaßnahmen gebündelt.

Die BEG soll die inhaltliche Komplexität der bisherigen Förderprogramme reduzieren und sie damit zugänglicher und verständlicher für die Bürger, Unternehmen und Kommunen machen. Die Anreizwirkung für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien soll spürbar verstärkt werden.

Förderung der Wärme aus Holz

In Bestandsgebäuden wird im Rahmen der Richtlinie BEG-Einzelmaßnahmen der Einbau von modernen Wärmeerzeugern wie Scheitholzvergaser-, Hackschnitzel-, Pellets- oder Scheitholz-Pellets-Kombinationskesseln mit 35% gefördert. Bei Einhaltung eines Emissionsgrenzwertes für Feinstaub von maximal 2,5 mg/m³ (Innovationsbonus Biomasse) gilt ein Fördersatz von 40%. Werden moderne  Holzheizsysteme mit anderen erneuerbaren Energiequellen wie Solarthermie oder Umweltwärme zu einer Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybridheizung) kombiniert, gilt ebenfalls ein Fördersatz von 35%. Bei Kombination mit einer Biomasseanlage mit Innovationsbonus beträgt die Förderung für die EE-Hybridheizung 40%.

Erfolgt zeitgleich der Austausch einer vorhandenen Ölheizung, erhöht sich die Förderung um weitere 10%. Die Gesamtförderung beträgt somit 45%, beim Austausch durch eine Biomasseanlagen mit Innovationsbonus 50%.

Zu den förderfähigen Kosten gehören neben der Heizungsanlage und deren fachgerechtem Einbau auch die Deinstallation und Entsorgung der Altanlage, Errichtung von Brennstofflagerräumen, Austragung und Fördertechnik, Abgassystem und Schornstein, Wärmespeicher, Optimierung oder Neuinstallation des Wärmeverteilsystems z.B. durch neue Heizkörper, Thermostatventile und Hocheffizienzpumpen sowie der Hydraulische Abgleich.

Die Förderung beinhaltet sowohl die Modernisierung von Heizanlagen in Wohngebäuden als auch in Nicht-Wohngebäude und wird als Zuschuss ausgezahlt. Informationen zum Förderprogramm BEG-Einzelmaßnahmen und zur Antragstellung beim  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) finden sie hier.

Förderung auch von größeren Biomasseanlagen

Auch große Hackschnitzelanlagen oder Pellet-Großanlagen werden als BEG Einzelmaßnahme in Bestandsgebäuden gefördert. Die maximale Anlagenleistung wird nicht begrenzt.

Höchstgrenze der förderfähigen Kosten

Bei Wohngebäuden wurde die Höchstgrenze der maximal förderfähigen Kosten auf 60.000 € pro Wohneinheit angehoben.

Bei Nicht-Wohngebäuden betragen die förderfähigen Kosten bis zu 1.000 €/m² Nettogrundfläche und werden auf max. 15 Mio. € begrenzt.

Wärme- und Gebäudenetze

Biomasseanlagen, die in ein Wärmenetz einspeisen sollen, werden nicht über das BEG gefördert. Diese sollen zukünftig über die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert werden, welche jedoch noch nicht in Kraft getreten ist. Aktuell besteht hier nur für Anlagen > 100 kW die Möglichkeit zur Förderung durch das KfW-Programm Erneuerbare Energien Premium.

Für Gebäudenetze und für den Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz beträgt die Förderquote 30 %, wenn der Mindestanteil erneuerbarer Energien 55 % beträgt. Liegt der Anteil erneuerbarer Energien bei mindestens 75 %, erhöht sich die Förderquote auf 35 %. Erfolgt durch den Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz der Austausch einer Ölheizung, erhöht sich die Förderung um 10%.

Als Gebäudenetz gelten nicht-öffentliche Wärmenetze zur ausschließlichen Eigenversorgung von mindestens zwei Gebäuden auf einem Grundstück oder mehreren Grundstücken eines Eigentümers.

Nähere Informationen zu den Zuschüssen finden Sie auf dem Infoblatt des BAFA.


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