Holzfenster sind Teil der nachhaltigen Baukultur

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Hybrid-Seminar Holzfenster

Zentrum HOLZ, den 08.10.2020

Das erste ganztägige Hybrid-Seminar am Zentrum HOLZ in Olsberg fand in Kooperation mit dem Bundesverband ProHolzfenster statt. Auf Grundlage des im Zentrum HOLZ entwickelten und mit der AKNW und IK-Bau abgestimmten Verfahrens zur Dokumentation der Online-Teilnahme von Architekten und Ingenieure wurde die Veranstaltung durch beide Kammern mit jeweils 7 Fortbildungspunkten anerkannt.

Die Eröffnung des Seminars erfolgte durch Eduard Appelhans, Vorsitzender des Bundesverbands ProHolzfenster, der gemeinsam mit den Akteuren im Zentrum HOLZ mehr als 100 Teilnehmende begrüßen konnte. „In einer nachhaltigen Baukultur geht es darum, traditionelle Baukunst mit dem Schonen von Ressourcen zu vernetzen!“, erklärte Appelhans. Dass der nachhaltige Werkstoff Holz in diesem Zusammenhang auch im Fensterbau eine bedeutende Rolle spielt demonstrierte anschließend Heinz-Willi Wittmann von der Holzfenster-Fachberatung des Bundesverbands. Dabei wurden die verschiedenen Holzarten, deren Vor- und Nachteile sowie der typische Aufbau von Holzfenstern erläutert und die Teilnehmenden auf die folgenden Vorträge eingestimmt.

„Wer die alten, mit großer Handwerkskunst gefertigten Holzfenster durch Kunststofffenster ersetzt, der nimmt den Häusern ihren Charakter“, betonte Michael Arns, ehem. Vize-Präsident der AKNW. In seinem Vortrag stellte er die Geschichte der Fenster in der Region Südwestfalen dar. „In Zeiten, als die Steuern für ein Gebäude anhand von dessen Fenstern berechnet wurden und verarmte Leute ihre Fenster aufmalten, war jedes Fenster ein Zeichen des Wohlstandes seines Besitzers. Daher sind die Fensterfronten, die man in vielen historischen Orten in Nordrhein-Westfalen findet, Teil der lebendigen Kultur dieser Orte, inklusive der historisch korrekten Holzfenster“, so Arns.

Anhand von bundesweiten Beispielen, u.a. der Modernisierung des Walddörfer Gymnasiums in Hamburg, dem Quartier „Wir“ in Berlin-Weißensee, der Objekte Westgarten in Frankfurt und Variowohnen in Bochum sowie dem Studentenwohnheim „Neue Burse“ in Wuppertal machte Arns deutlich, dass Holz- und Holz-Alu-Fenster in Bezug auf Langlebigkeit, Technologie, ökologische Wertigkeit und Architektur eine Vorreiterrolle beim nachhaltigen Bauen übernehmen. „Holz- und Holz-Alu-Fenster sind Teil einer nachhaltigen Baukultur“, hob Arns hervor.

Um die positiven Eigenschaften des Holzfensters dauerhaft zu gewährleisten, ist ein korrektes Vorgehen bei der Fenstermontage unabdinglich. Einen Schwerpunkt des Seminars bildete daher die Vorstellung des neuen RAL-Leitfadens zur Montage 2020. „Die Qualität der Montage bestimmt die spätere Gebrauchstauglichkeit des Fensters“, betonte Martin Heßler vom ift Rosenheim und erläuterte detailliert die in den Kapiteln 5 und 6 des RAL-Leitfadens dargestellte Montage und Abdichtung von Fenstern.

Die Qualitätssicherung bei der Verwendung von Holz- und Holz-Alufenstern in mineralischen Bauten kann durch den zweistufigen Einbau von Fensterelementen mit Montagezargen deutlich verbessert werden. Gleiches gilt für den Workflow auf der Baustelle. Die Einführung hierzu und praktische DEMO am Trainingshaus im Zentrum HOLZ erfolgte durch Jörg Stahlmann von der Stahlmann-Consulting aus Bayreuth.

Als weiteres Thema des Hybridseminars wurde die Einbruchsicherheit von Holzfenstern durch den Tischlermeister und Sachverständigen Reinhold Jessel behandelt. Dabei betonte Jessel die Stabilität des Werkstoffes Holz. Holz- und Holzalufenster erfüllen bei Einhaltung der Konstruktionsmerkmale einen hohen Einbruchschutz der Sicherheitsstufe RC 2.

Der große Seminarraum bietet unter den aktuellen Hygienebestimmungen der Corona-Pandemie Platz für 20 Personen an Einzeltischen im Abstand von 1,5 Metern und war anlässlich des zweiten Hybrid-Seminars am Zentrum HOLZ voll besetzt. Weitere 80 Personen nahmen online an der Veranstaltung teil, so dass insgesamt rund 100 Teilnehmende verzeichnet werden konnten. Der Teilnehmerkreis umfasste Architekten und Ingenieure, kommunale Planer sowie die Unternehmen der Holzbranche.

Die Veranstaltung wurde u.a. durch den Bundesverband ProHolzfenster und den Fachverband des Tischlerhandwerks Nordrhein-Westfalen beworben. Zudem nahmen in großer Anzahl Studierende der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurswesen von mehreren Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen und den angrenzenden Bundesländern, wie beispielsweise der TH Köln oder der Universität Siegen, an der Veranstaltung teil.

Gemäß der Vereinbarung mit der AKNW und IK-Bau wurde die Anwesenheit der Online-Teilnehmenden über automatisierte und regelmäßige Online-Fachfragen zu den Seminarthemen überprüft. Die Beantwortung der durch die Referenten vorab formulierten Fachfragen bildete somit die Voraussetzung für die Ausstellung der Teilnahmebestätigung durch den I.D. HOLZ e.V..

Um den fachlichen Austausch zwischen Referenten und Teilnehmenden zu ermöglichen erfolgte nach jedem Vortrag eine 10-minütige Diskussion. Über eine Fragefunktion konnten sich die Online-Teilnehmenden über eine Chat-Funktion bereits während des Vortrags aktiv mit Fragen und Kommentaren in das Seminar einbringen. Die im Rahmen der Diskussion durch die Moderation verlesenen Online-Fragen wurden durch die Referenten „live“ und „vor laufender Kamera“ beantwortet. Entsprechend wurde mit Rückfragen durch die Online-Teilnehmenden verfahren. Fragen durch die Präsenzteilnehmenden „im Seminarraum“ wurden per Mikro und Kameraschwenk übertragen.

Moderation und Referenten

Durch fortlaufende Online-Feedbackumfragen wurden die verschiedenen Vorträge und auch die Veranstaltung als Ganzes evaluiert. Dabei zeigt sich ein positives Gesamtbild bezüglich des Hybrid-Seminars am Zentrum HOLZ. Die Qualitäten der gewählten Referenten, das Seminarkonzept und die fachliche Wertigkeit der Veranstaltung wurden jeweils mit der Bestnote „gut“ bewertet.


Bildquelle: PK-Media Consulting GmbH